Was es ist

Credit: Isabel Wienold / iwi-design.de

Transformation durch Zuwendung

Das Dämonenfüttern ist ein leicht zugänglicher und effektiver Ansatz für den Umgang mit negativen Emotionen, Ängsten, Krankheiten und selbstzerstörerischen Mustern – unseren Dämonen. Der Kern dieser Methode liegt in der Transformation durch Zuwendung, im Nähren statt Bekämpfen. Wir bekämpfen also nicht weiter unsere Dämonen, unsere Schatten oder kehren sie unter den Teppich, sondern wir nähren sie. Sie werden nicht wie befürchtet stärker, sondern in ihrer Befreiung zu unseren Verbündeten.

Das ist ein Paradigmenwechsel in unserem gewohnten Versuch, mit inneren und auch äußeren Hindernissen umzugehen. Das ist ein Zugang weiblicher Weisheit, gelebte weibliche Weisheit. Eine Energie, verkörpert durch Frauen und ebenso präsent in Männern, seit Jahrtausenden unterdrückt, womit auch unsere Welt aus dem Gleichgewicht geraten ist.

Ein Ende der Kampfansage mit alter Weisheit in neuen Zeiten

Das westliche Denken neigt zu einer polarisierten Herangehensweise an Probleme. Die allgemeine Ansicht ist, dass wir die Teile von uns, die wir nicht mögen, loswerden müssen. Es gibt inzwischen viele Hinweise darauf, dass verdrängte Emotionen an anderer Stelle zum Vorschein kommen. Vielleicht in Form von Schuldzuweisungen und Wut oder Angst und Depression, und wenn die Emotionen unerkannt bleiben, äußern sie sich schließlich im Körper. Unsere Dämonen werden stärker, wenn wir sie bekämpfen. Wenn wir sie jedoch füttern und nähren, können wir uns aus dem Kampf befreien.

Der Ursprung dieser Methode liegt im Chöd, einer Weisheitslehre und Meditationspraxis der tibetischen Yogini Machig Labdrön (11 Jhdt.). Tsültrim Allione hat diese alte Weisheitslehre für uns im Westen zugänglich gemacht.

Auf jeden Fall halte ich den Ansatz von Machig Labdrön, sich dem Feind zuzuwenden und ihn zu füttern, für einen revolutionären Paradigmenwechsel von Dominanz hin zu Toleranz und Integration

Tsültrim Allione: »Den Dämonen Nahrung geben«

Ein Prozess in 5 Schritten

Das Dämonenfüttern ( Den Dämonen Nahrung geben, Feeding Your Demons® / FYD®) ist eine einfache Übung in 5 Schritten, die keine Kenntnisse des Buddhismus oder irgendeiner tibetischen spirituellen Praxis voraussetzt. Dabei hat Lama Tsültrim Allione, die Begründerin dieser Methode, altes buddhistisches Wissen in westlich psychologisches Verständnis übertragen und die transformative Kraft dieser Weisheit für uns zugänglich gemacht.

Die 5 Schritte - Sich mit dem anfreunden, wovon man sich am liebsten abwendet

  1. Im ersten Schritt lokalisieren wir den Ort im Körper, wo wir unseren Dämon, bspw. das Gefühl von Wertlosigkeit, am stärksten wahrnehmen.
  2. Im zweiten Schritt erlauben wir diesem Gefühl, dieser Energie an dieser Körperstelle direkt vor uns Gestalt anzunehmen.
  3. Im dritten Schritt erfahren wir, was der Dämon wirklich braucht.
  4. In einem vierten Schritt stellen wir uns vor, dass sich unser Körper in Nektar verwandelt, lassen diesen Nektar zur/m Dämon/in hinfließen, nähren unser Gegenüber, bis es vollkommen satt ist. Die Energie die im Dämon gebunden war, verwandelt sich dabei in ein verbündetes Wesen. Das bietet uns Hilfe und Schutz an und löst sich dann in uns hinein auf. Dann lösen wir uns auf.
  5. Im fünften Schritt ruhen wir in offenem Gewahrsein, das sich nach diesem Prozess automatisch einstellt. Diese Erfahrung, frei von der üblichen Fixierung auf ein Ich gegenüber einem Anderen führt uns über das hinaus, wo die normale Psychotherapie endet. Ebenso wie die Vorstellung, unsere inneren Feinde zu nähren und nicht nur in Kommunikation mit ihnen zu treten.